Beitrag Prof. Dr. U. M. Mauer
Prof. Dr. med Uwe Max Mauer

Oberfeldarzt Prof. Dr. med. Uwe Max Mauer

Ärztlicher Direktor der neurochirugischen Klinik

Bundeswehrkrankenhaus Ulm

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Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Neurochirurgie


Die Syringomyelie zeichnet sich durch eine mit Wasser gefüllte Höhlenbildung im Rückenmark aus. Hierdurch wird das Rückenmarksgewebe zusammengepresst und verdrängt. Typisch ist, dass sich die Höhle über Jahre hinweg vergrößert.


Mit jedem Pulsschlag wird Nervenwasser aus dem Schädel in den Rückenmarkskanal gepresst. Am Ende des Herzschlags fliest ein Teil dieses Nervenwassers wieder in den Schädel zurück. Jede Behinderung dieser Nervenwasserpulsation aus dem Schädel in Richtung Rückenmarkskanal kann eine Syringomyelie verursachen. Der genaue Mechanismus ist noch nicht komplett verstanden, deswegen kann auch nicht erklärt werden, warum Patienten mit den gleichen Erkrankungen einmal eine Syringomyelie entwickeln und ein anderes Mal keine.


Eine sehr bekannt und typische Ursache für eine Syringomyelie ist eine Chiari-Malformation. Bei der Chiari-Malformation ist der Ausgang des Schädels zur Wirbelsäule über das große Hinterhauptsloch eingeengt, so dass das Nervenwasser an seiner Pulsation behindert wird. Andere Ursachen verursachen eine Behinderung der Pulsation durch Verklebungen in der Rückenmarkshaut durch Unfälle, Blutungen, Entzündungen oder auch durch angeborene Verklebungen.


Da die Behinderung der Liquorpulsation ursächlich für die Syringomyelie ist, ist eine mögliche Therapie, die operative Beseitigung dieser Ursache. Auch wenn man nicht direkt die Syringomyelie operiert, wird diese kleiner, wenn die Ursache erfolgreich beseitigt wurde. Jede Operation hat aber immer auch spezielle Risiken. Deshalb gilt es stets genau abzuwägen, ob eine mögliche Operation tatsächlich notwendig ist oder ob besser abgewartet und nicht operiert wird.  Bei einem Teil der Patienten kann auch trotz aller moderner diagnostischer Möglichkeiten keine Ursache gefunden werden. Bei diesen Patienten ist nur im Ausnahmefall eine Operation sinnvoll. Dann sind bestimmte konservative Therapiemöglichkeiten, z.B. Krankengymnastik, craniosakrale Therapie oder Medikamente aus der antiepileptischen Stoffgruppe,  zu empfehlen.


Die Intensität und das Ausmaß der Beschwerden und die neurologischen Störungen sind nicht direkt abhängig von der Größe und dem Ausmaßes der Syringomyelie. Der Verlauf der Syringomyelie ist in der Regel langsam voranschreitend, wobei häufig die Ursache der Behinderung der Liquorpulsation auch die Prognose der Erkrankung entscheidend bestimmt. Die Entscheidung zu einer Operation ist in jedem Einzelfall individuell zu treffen. Das Ziel einer Operation ist in der Regel einen Stillstand der Erkrankung zu erreichen.


(c) by Syrinx/HessenDA SHG (Prof. Dr. Max Uwe Mauer)

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