Spurensuche

 

Unsere Reise auf Spurensuche der Syringomyelie

 

Als wir Ende 2014 durch Zufall im Internet entdeckt hatten, das es offensichtlich folgenden Nachlass gibt; stand für uns fest, dieser Spur zu folgen.

 

 

Hier den Auszug in Kopie:

 

Nachlass

Friedrich von Müller (LINK zu Wikipedia)

(1858–1941)

Institut für Geschichte der Medizin

Ludwig-Maximilians-Universität München

(Stand: August 2010)

 

Der Nachlass Friedrich von Müller wurde dem Institut für Geschichte der Medizin am 12.

Juli 1984 von Frau Berta Siemens, geb. Müller, übereignet.

 

Erstellung und Bearbeitung des Repertoriums: Wolfgang Locher und Guje Kroh

 

Inhaltsverzeichnis

1. Aufzeichnungen Friedrich von Müllers

(Kleine Büchlein: Vorlesungsmitschriften, etc.; Ms 12/1 bis Ms 12/48: Notizbücher mit

Krankengeschichten; Aktendeckel mit Manuskripten von Vorträgen und Vortragsentwürfen

sowie Notizen (u. a.: Nierenkrankheiten; Kropf; Rektoratsreden; Autolyse; Bronchitis und

Erkältung; Syringomyelie; Verdauungsorgane; Krankheiten des Nervensystems; Gicht;

klinische Wandtafeln; Seelenblindheit; Infektionskrankheiten; Arteriosklerose;

Antrittsvorlesungen; Stoffwechsel); Aktendeckel ohne Signatur: I. Galopprhythmus. Basedow

und Blutkrankheiten. II. Physikalische Untersuchungsmethoden. Bäderlehre. III.

Zentralblatt. Kongress [für Innere Medizin]. IV. Gelenke. Excerpte. V. Amerika. Akademy

1926. VI. Ernährung. VII. Kropf und priv. Briefe

 

 

Ms 12/31 Aktendeckel: Syringomyelie:

eingelegter (auseinandergefallener) Aktendeckel: Syringomyelie:

– Notizen

– Schrift über atrophisches Hinterhirn (?)

– Notizen zur Syringomyelie (Krankengeschichte)

– Krankenbericht über den Patienten Graulich (Granlich?), geb. 5.9.1832

– Krankenbericht (?) Nr. 814

– Krankenbericht (?) (auf einem der Blätter das Datum 28.2.1893 vermerkt; acht Blätter, mit eingelegten Notizzetteln)

– Hoffmann, Syringomyelie (19 lose Blätter, mit Literaturangaben zur Syringomyelie); zudem: Hoffmann, Fortsetzung

(Reihenfolge der Blätter ungeordnet)

– Allgemeine Medicinische Central-Zeitung vom 1.9.1894

– ein Blatt mit zwei schematischen Zeichnungen des Menschen

– ein weiteres Blatt mit zwei schematischen Zeichnungen des Menschen, dazu der Name des Patienten Graulich (Granlich?), der

an Syringomyelie litt, vermerkt

– Patienten-Karte ohne Namenseintrag, beschrieben mit Notizen zu Hinterhirn, etc.

– zwei ineinandergelegte und zehn ineinandergelegte handbeschriebene Blätter

– handbeschriebenes Blatt zur Syringomyelie 19

– weitere handbeschriebene Zettel

– handbeschriebene Zettel ‘Secret medical’

 

 

Wir versuchten diese Dokumente vom Institut als Scann oder Kopien zu erhalten. Jedoch war das leider nicht möglich. Die nette Dame teilte uns mit, das sie nach Sichtung der Unterlagen festgestellt habe, das die Originale aus Altersgründen zu blass dafür seien.

Aus diesem Grunde entschieden wir uns, unsere Urlaubspläne für 2015 zu ändern und eben die Reise nach München anzutreten, um so, so hofften wir, aufschlussreiches zu entdecken. Wir vereinbarten einen Termin und fieberten diesem richtig entgegen.

Natürlich wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, machte unsere Syri eine Stadtrundfahrt mit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und besichtigte auch die KZ Gedenkstätte Dachau,

 

bevor es am nächsten Tag ins Institut für Geschichte der Medizin Ludwig-Maximilians-Universität München gehen sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir gerade in Dachau waren, klingelte das Handy und man teilte uns mit, dass der Termin, der für den nächsten Tag geplant war, wohl leider nichts bringen würde, da alle Unterlagen die Syringomyelie betreffend leider verschwunden wären.

 

Schock, Enttäuschung, Wut. Denn unsere ganze Reise auf diesen Termin aufgebaut.

 

Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet diese Unterlagen !? Unfassbar.

Wir entschieden uns den Termin dennoch war zu nehmen. Natürlich in der Hoffnung das die Unterlagen doch wieder auftauchen würden. Außerdem hatten wir diesen Termin ja feste eingeplant. Denn nur dafür sind wir die Reise nach München überhaupt angetreten.

Nach einer unruhigen Nacht, vermischt mit Hoffnung waren wir dann am nächsten morgen um 9.00 Uhr im Institut und trafen eine betroffene Sekretärin. Die uns voller Mitleid noch einmal bestätigte, das ausgerechnet diese Unterlagen zur Syringomyelie nicht aufzufinden sind. Von 6 Kartons Nachlass und 4 Aktenordnern waren nur noch 5 Kartons da und auch die Aktenordner waren weg.

Auch alle Rückfragen Ihrerseits ergaben keinen Aufschluss wie oder wo diese verschwunden sein konnten. Man hoffe, dass diese irrtümlich falsch abgelegt worden sind. Was uns natürlich auch nichts nutzte. Wir durften dennoch die 5 Kartons durchsehen, ob wir noch irgend etwas brauchbares für uns entdecken könnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In seinen Büchern, bzw. und Schriften wurde folgendes sehr ersichtlich:

 

Aus dem wenigen was medizinisch zu sichten war, war deutlich zu erkennen und sehr interessant das Dr. Friedrich von Müller bereits Ende des 1800 Jahrhunderts die Zusammenhänge zu den verschiedensten Stoffwechselstörungen erkannt hat.

 

Hier einige Symptome der verschiedenen Stoffwechselstörungen, welche auch bei Patienten mit Läsionen und anderen verschiedenen Rückenmarks- und Nervensystemerkrankungen beschrieben waren:

 

- Taubheit, Kribbeln, Kältegefühl, Zungen- und Fußbrennen

- Müdigkeit, Erschöpfung, Muskelschwäche, Kurzatmigkeit

- Gangunsicherheit, Koordinationsstörungen

- Antriebsverlust, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

- schizoide oder depressive Symptome

- ErhöhterBlutdruck,Reizbarkeit, Erregungszustände, Dauerstress Schlafstörungen

- verminderte Sehkraft, blinde Flecken

- Entzündungen der Zellwände im Verdauungssystem

- Allergische Reaktionen, Herzjagen, Darmkrämpfe, Hirnschrankenschädigung

- Fruktoseintoleranz und andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten

- Störung der Fruchtbarkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Zur Vergrößerung bitte anklicken)

 

 

 

Es war durch handgeschrieben Vermerke erkennbar, das dieses Kausalität auch Nervenschädigungen durch Flussstörungen im Rückenmark zutraf. Jedoch direkt nachvollziehbare Informationen zur Syringomyelie fehlten ja leider.

 

Wir durften Fotos machen, die wir hier beigefügt haben. Es ist und bleibt uns ein Rätsel, warum ausgerechnet die für uns so wichtigen Dokumentationen verschwunden sind. Man versicherte uns, sollten diese wieder auftauchen, uns zu informieren. Denn ausgerechnet die Patientendokumentation, welche vielleicht einen Aufschluss der Symptome verdeutlicht hätten, bleibt wieder einmal mehr unerreichbar. Natürlich ist die Syringomyelie ein Symptom mit Ursprungserkrankung und wohl keine eigenständige Erkrankung. Jedoch vielleicht hätten sich zusammenhängende Ansätze ergeben.

Wir sind sehr traurig und enttäuscht, München ohne nennenswerten Erfolg wieder verlassen zu haben. Wir hoffen doch sehr das der abhanden gekommene Teil dieses Nachlasses wieder auftaucht. Denn es wäre sicherlich selbst ohne wichtige medizinische Erkenntnisse, bei einer Seltenen Erkrankung wie der Syringomyelie eine Bereicherung.

 

 

 

Nun, was sollen wir noch sagen. Es war sehr spannend alte Originale in Händen zu halten, die zu Königlichen Zeiten bereits in Händen gehalten worden waren. Zu entdecken war, das Dr. Friedrich von Müller Geheimrat Prof. d. Med. an der Uni München und Präsident der Deutschen Akademie war. Er saß u. a. am 05.08.1931 am Tisch der Königlichen Hoheiten beim Tee. Es wurde deutlich, dass seine Studien vom Hofe unterstützt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir würden uns wünschen, das unser kleiner Bericht trotz allem interessant für Euch ist. Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung beim Institut für Geschichte der Medizin Ludwig-Maximilians-Universität München, und sagen Servus von der Isar

Helga Sigmund und "Flower" Pfeffer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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(c) Fotos by Helga und Sigmund Pfeffer